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Vorbildliche Nachwuchsarbeit im Kreis Westerwald-Sieg
Jung-Schiris bleiben am Ball
In den vergangenen drei Jahren wurden 49 Schiedsrichter ausgebildet
Während bei der Obleute-Lehrwarte-Tagung viel über die Neugewinnung von Schiedsrichtern (nebenstehender Artikel) gesprochen wurde, nimmt auch die Erhaltung der Unparteiischen eine wichtige Rolle ein. Und anstatt über dieses Thema zu diskutieren, lohnt vielmehr ein Blick auf den Kreis Westerwald-Sieg: Hier wird Schiedsrichter-Erhaltung nahezu in Perfektion betrieben. “In den vergangenen drei Jahren haben wir 49 Schiedsrichter ausgebildet“ von denen hat bis heute noch kein einziger aufgehört”, berichtete Westerwald-Siegs Nachwuchsreferent Burkhard Fischer bei der Tagung.
Doch was ist das Erfolgsrezept des Kreises im Nordosten des Verbandes? “Bei uns sollen die jungen Schiedsrichter vor allem Spaß haben, und wir setzen niemanden unter Druck”, sagt Kreis-Obmann Detlef Schütz.
Angefangen hat die “Erfolgsgeschichte” im Westerwald-Sieg-Kreis mit einem Anruf der Eltern eines zwölfjährigen Jungens namens Lukas Kemper, erzählt Detlef Schütz: “Der Junge hatte sich zu Weihnachten ein Schiedsrichter-Trikot gewünscht, obwohl er gar kein Schiedsrichter war. Daher wollten die Eltern ihn nun zur Ausbildung anmelden. “Lukas Kemper war der erste von inzwischen fast einem Dutzend ganz junger Schiedsrichter im Kreis. “Andere Jugendliche haben ihm bei seinen Spielen zugeschaut und haben auch selbst Interesse für die Schiedsrichterei entwickelt”, erfreute sich der Kreis-Obmann fortan über steigende Zahlen bei den Anwärter-Lehrgängen.
Bei der Betreuung der Jugendlichen ist Detlef Schütz mit seinem Team um Lehrwart Matthias Eschenauer, Nachwuchsreferent Burkhard Fischer sowie den Ansetzern Gerd Müller und Heinz Walter Schenk gut aufgestellt. Sie kümmern sich ganz besonders um die jungen Referees. “Wenn einer der Jungs mal an zwei Wochenenden lieber selbst Fußball spielen möchte, dann darf er das”, sagt Detlef Schütz. Der Obmann gibt seinem Schiedsrichter gerne mal eine Auszeit und verhindert so, dass er wegläuft. “Wenn man die Jugendlichen heutzutage zu sehr unter Druck setzt und ihnen sagt, dass sie etwas machen 'müssen', dann hören sie auf.”
Bei den Spielen werden die jungen Schiedsrichter zwei Jahre lang vor Ort durch erfahrene Kollegen unterstützt. Nachwuchsreferent Fischer setzt zu jedem (!) Spiel der Jugendlichen “alte Hasen” des Kreises als Beobachter an. Diese helfen beim Ausfüllen des Spielberichts, bei der Passkontrolle und bei der Kommunikation mit den Vereinen. Anschließend wird die Spielleitung in der Kabine gemeinsam besprochen, berichtet Detlef Schütz. Ein paar Tage später bekommen die Nachwuchsleute außerdem einen speziellen Beobachtungsbogen zugeschickt, auf dem sie mit Hilfe von Smileys ablesen können, was sie gut gemacht haben und wo Verbesserungspotential besteht.
Auch die üblichen Pflicht-Belehrungen werden im Westerwald-Sieg-Kreis an die Zielgruppe angepasst. Das heißt: Es werden nicht nur die Fußballregeln trocken runtergebetet, sondern die Themen werden kindgerecht aufbereitet. Wichtig ist vor allem, dass die Jungs Spaß an der Sache haben, betont Detlef Schütz, der seinen zwölf-jährigen Sohn Janik auch schon vom Schiri-Fieber infiziert hat.
Besonders freut sich der Schiedsrichter-Ausschuss im Kreis Westerwald-Sieg über die vielen positiven Rückmeldungen der Vereine: Die Vereine unterstützen die jungen Unparteiischen so gut es geht. Vor allem verzeihen sie ihnen auch, wenn sie mal eine falsche Entscheidung treffen. Denn das ist dann immer ein ehrlicher Fehler im Gegensatz zu einem falschen Pfiff eines Betreuers, der ein Jugendspiel zwangsläufig aus der Vereinsbrille sieht.
Vor der Zukunft braucht den Westerwald-Sieg-Schiris also nicht bange zu sein. Schon jetzt zählt die Vereinigung mit 208 Schiris zu den größten des Verbandes. Und vielleicht kann ja auch manch anderer Kreis von dem Erfolgsmodell Westerwald-Sieg lernen. David Bittner
Mit freundlichen Grüßen
Frank Jellinek
Fußballverband Rheinland e. V. Öffentlichkeitsarbeit
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